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Starke Kontakte

Viel Spaß hatten drei weibliche Energiebündel beim Interview am Firmenstandort Schwäbisch Gmünd:Annette Assfalg, Geschäftsführerin der Assfalg GmbH, Corinna Kreller, gerade in der praktischen Phase ihres Dual-Studiums im Marketing bei Assfalg tätig und fast schon zur Familie gehörig,und Dr. Margit Pietzke, Redakteurin INDUSTRIEBEDARF. Sehr offen sprach Annette Assfalgüber die zahlreichen Facetten des Unternehmens und ihrer Familie. Hier ein kleiner Einblick.

Anfang Juni die erste Kontaktaufnahme, um einen Interviewtermin zu vereinbaren – Annette Assfalg legt gerade einen Tag Blechexpo-Pause ein, um alles für einen privaten Empfang ihrer indischen Gäste vorzubereiten. Ob ein Termin am 14. Juli möglich wäre? Ja, gerade so. Glück gehabt! Denn Ronald und Annette Assfalg kommen erst am 10. Juli von einer eschäftsreise aus Indien zurück. Am EMO-Stand – ein indischer Lieferant im Gespräch mit Ronald Assfalg. „Das Land der unbegrenzten (Geschäfts-)- Möglichkeiten“: Nein, nicht Amerika, sondern Indien verkörpert dies für die Eheleute Annette und Ronald Assfalg, die nun schon in dritter Generation das Handelsunternehmen Assfalg leiten, und dies sehr erfolgreich.

Gegensätze ziehen sich an

Dies wundert nicht, agieren hier doch zwei Charaktere, die auf den ersten Blick hin nicht unterschiedlicher sein können und sich gerade deswegen wohl perfekt ergänzen. Auf der einen Seite der von den beiden Frauen portraitierte „Workaholic“ Dipl.-Wirtschaftsingenieur Ronald Assfalg, der trotzdem Ruhe und Gutmütigkeit ausstrahlt, der gerne seine Arbeit konzentriert in hoher Perfektion durchzieht. Auf der anderen Seite seine Frau Annette, ein Energiebündel mit Außenwirkung, die den Betrieb organisatorisch und mit Konsequenz auf Trab hält, viel für das Image des Unternehmens tut, sei es per Marketing, Zertifizierung, aber auch durch soziales Engagement. Ihr zur Seite steht mit Corinna Kreller, die gerade den praktischen Teil ihres Dual- Studiums zum BA „Mittelständische Wirtschaft“ bei Assfalg absolviert, ein – was Temperament angeht – ebenbürtiger Charakter. Im Gespräch offenbart sich dann auch, dass Corinna Kreller nicht nur Tochter des White-Label-Produktlieferanten für die Assfalg-Kantenfräsmaschinen, MFK, ist, sondern auch Lebensgefährtin von Christian Assfalg, der bisher einzige Sprössling der 4-köpfigen vierten Generation, der sich bisher für eine berufliche Karriere im elterlichen Unternehmen entschieden hat. Eine momentan „sehr harmonische Zusammenarbeit“, wie Annette Assfalg betont. Auf die drei Töchter wollen sie dahingehend keinerlei Druck ausüben, jede darf ihren beruflichen Wünschen nachgehen. Was den Eheleuten aber immer wichtig war, ist, den Kindern eine schulische Ausbildung angedeihen zu lassen, die ihnen später einmal ein Studium ermöglicht. Hier zeigte Annette Assfalg zu Hause dieselbe Konsequenz wie heute im Unternehmen, in dem sie, nach langer, bewusst eingelegter Erziehungszeit, seit fünf Jahren aktiv mitwirkt.

Zertifizierung

Konsequenz, Motivation und Durchhaltevermögen brauchte es auch bei dem sehr zeitaufwendigen Zertifizierungsprojekt, das Annette Assfalg auf den Weg gebracht hat. Durch den Beitritt in den Zertifizierungsverbund des Fachverbandes des Maschinen- und Werkzeuggroßhandels e.V. (FDM), dessen langjähriges Mitglied Assfalg schon ist, wurden ihr vorausgehende Recherchen über das Prozedere und ein Teil der Formalitäten erspart. Trotzdem, hat sich der Aufwand gelohnt? Gefragt nach den Vorteilen eines Zertifizierungsverbundes und einer Zertifizierung per se, antwortet Annette Assfalg: „Zum einen werden einem durch die Dienstleistungen des Verbundes schon viele Formalitäten abgenommen. Frau Derling bereitet dies für den FDM alles vor. Wir haben bereits zu Beginn ein auf den Handel spezifiziertes ‚Zertifizierungs- Package‘ erhalten. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Ein Ziel der Zertifizierung sind optimierte Arbeitsabläufe, ein anderes natürlich die Vermarktung des Zertifizierungszeichens, des Gütesiegels, das unsere Qualitätspolitik unterstreicht. Auch wenn sich an den ja schon guten Produkten nichts ändert, zeigt es den Kunden doch, ‚hier wird etwas getan, die sind auf Zack, wollen sich optimieren’. Dieser psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen.“ Bis zum abschließenden Audit Anfang Juli dieses Jahres lag eine gewaltige Menge Arbeit vor allen Beteiligten, die aber auch bereinigend wirkte. Besonders Schwächen in der Dokumentation, fehlende Kommunikation und damit suboptimale Arbeitsabläufe wurden dabei en passant aufgedeckt. Im November nun wird das Unternehmen die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001: 2008 erhalten.

Fortbildung, soziales Engagement und Gesundheit

Mal über den eigenen beruflichen Tellerrand hinauszublicken, sich fortzubilden, gesund zu leben, Sport zu treiben und sich sozial zu engagieren, diesen Prinzipien bleibt nicht nur die Familie Assfalg. für sich selber treu, sondern auch den Mitarbeitern werden hier zahlreiche Möglichkeiten geboten, aktiv zu werden. So werden jährlich Mitarbeiter und Azubis freigestellt, um bei sozialen Projekten mitzuhelfen, wie der Essensausgabe in der Versperkirche/Stuttgart und der Renovierung von Kindergärten und sozialen Einrichtungen im Raum Schwäbisch Gmünd. Im Ausbildungssektor besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden Württemberg, den Mitarbeitern werden sprachliche, technische und kaufmännische Fortbildungen angeboten sowie Fach- und Vertriebsschulungen. Besonders liegt Annette Assfalg auch am Herzen, Frauen, die aus wie immer gearteten Gründen in jungen Jahren keine berufliche Ausbildung machen konnten, z.B. Teilzeitausbildungsplätze anzubieten und ihnen einen Start in das Berufsleben und somit in die finanzielle Selbstständigkeit zu ermöglichen. Selbst sehr sportlich, wissen die Assfalgs um die positive Wirkung körperlicher Fitness für den beruflichen Alltag. So bieten sie ihren Beschäftigten persönliche Fitnessberatung sowie die Finanzierung des wöchentlichen Firmensports. Das Gemeinschaftsgefühl des Teams wird hierdurch zudem gestärkt, wie auch durch Veranstaltungen wie z.B. dem Incentive-Urlaub mit allen Mitarbeitern im Lungau 2009. Diesen Teamgeist zu stärken ist der Geschäftsführerin ein großes Anliegen, musste sie doch erfahren, dass die 2009 unumgänglich gewordene Reduzierung des Mitarbeiterstabs, die sie noch heute sehr bedauert, einen spürbaren, verständlichen Verlust des Vertrauens in die Geschäftsleitung mit sich zog.

Internationale Kontakte.

Wie anfangs schon angeklungen, ist das Partnernetzwerk gerade in den osteuropäischen und asiatischen Raum wichtiger Bestandteil der weiteren Entwicklungsstrategie der Eheleute Assfalg: „In den letzten drei bis vier Jahren haben wir vor allem die Auslandsmärkte stärker bedient und den Vertrieb mit neuen Partnern, vorrangig in Indien und Russland, ausgebaut. Zudem hatten wir enormes Glück, auch in China einen Partner zu finden, mit dem wir hervorragend zusammenarbeiten können. Er ist wirklich eine positive Ausnahmeerscheinung: Herr Min Hang spricht fließend Englisch und hat, durch häufigen Kontakt mit Amerikanern und Europäern, unserer Kultur angepasste Umfangsformen und Geschäftsgebahren.“ Neben Vertriebspartnerschaften werden auch immer mehr Produkte aus dem Ausland bezogen. So stammen inzwischen an die 70 Prozent aller Produkte im Magnettechnik-Bereich aus Indien. Diese entsprechen natürlich dem deutschen Standard und werden unter dem Label assfalg vermarktet. „Entscheidend bleibt unser hoher Qualitätsanspruch. Durch solide Technik auf höchstem Niveau wollen wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden sichern“, so Kreller weiter. Erfolgreich wollen das Unternehmerpaar Ronald und Annette Assfalg weiterhin bleiben und setzen bei ihren Produkten wie beim Networking auf starke Kontakte. Und wer aus nördlicheren Gefilden die Leute, die hinter dem baden-württembergischen Unternehmen Assfalg stehen, näher kennenlernen will, der hat die nächste Chance dazu auf der NORTEC 2012, die von 25. bis 28. Januar in Hamburg stattfindet.

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