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Chefin mit sozialer Ader - Annette Assfalg gibt auch schwächeren Bewerbern eine Chance

Schwäbisch Gmünd. Sebastian Weiss (26) arbeitet als Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Firma Assfalg in Schwäbisch Gmünd. Dort hat er seine Lehre mit der Note 1,9 abgeschlossen. Jetzt macht er eine Ausbildung zum Wirtschaftsfachwirt (IHK). So eine Laufbahn hätte sich der junge Mann vor ein paar Jahren nicht träumen lassen. Er war schlecht in der Schule und wenig motiviert. Seine Chance, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, war damals mehr als bescheiden.
Annette Assfalg hat ihn trotzdem genommen. Sie möchte junge Menschen in ihrer Entwicklung unterstützen, besonders die Schwächeren. Weiss schätzt diese Förderung auch heute noch: „Ich brauche den Kick von Frau Assfalg“, sagt er. „Es war ein
Glücksfall, dass ich hier gelandet bin.“ Mitarbeiter renovieren den Kindergarten Die soziale Ader der Firmenchefin kommt aber nicht nur den vier Auszubildenden zugute. Alle 20 Mitarbeiter sind gefordert, beispielsweise wenn es darum geht, einen örtlichen Kindergarten zu renovieren. Oder wenn Azubis und Außendienstler gemeinsam einen Tag in der Stuttgarter Vesperkirche arbeiten. „Solche Aktionen sollen die soziale Kompetenz stärken“, erklärt Annette Assfalg. Schon zweimal wurde der Betrieb für sein soziales Engagement ausgezeichnet. Einmal wöchentlich leitet die Chefin eine Azubi-Sitzung. „Da wird auch Deutsch gelernt – beispielsweise anhand eines Zeitungsartikels“, sagt sie. „Korrekte Sprachkenntnisse sind im Verkauf besonders wichtig.“ Denn das Unternehmen lebt davon.
Seit 1932 handelt und produziert Assfalg Produkte für die metallverarbeitende Industrie. „Wir haben uns auf Magnet-, Kantenfräs- und Entgrattechnik spezialisiert“, sagt Ronald Assfalg. Heute setzt er jährlich 4 Millionen Euro um und ist noch stärker in die Fertigung eingestiegen: Die Magnetspannplatten und Lasthebemagnete werden von einem indischen Partner in verlängerter Werkbank hergestellt, an dem Assfalg beteiligt ist. Die Entgrat- und Kantenfräsmaschinen lässt der Unternehmer von einer Firma in Albstadt produzieren. Assfalg will noch internationaler werden: „Wir sind dabei, unseren Exportanteil zu verdoppeln. In Indien haben wir ein Joint Venture gegründet, in Russland sind wir Aussteller auf führenden Leitmessen.“ Sebastian Weiss ist froh, dabei zu sein. Ihn hat der Ehrgeiz gepackt. Auf den Wirtschaftsfachwirt will er vielleicht noch den Betriebswirt draufsetzen.

(Quelle: Wirtschaftszeitung AKTIV Südwest, Ausgabe 11/2012 vom 26.05.2012, Seite 8.)

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